Kartografisches Referenzsystem zur Erosionsanfälligkeit
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Kartografie des Erosionsrisikos landwirtschaftlicher Parzellen
Die Kartografie des Erosionsrisikos landwirtschaftlicher Parzellen ist ein Instrument zur Identifizierung der landwirtschaftlichen Parzellen, die bei nacktem Boden (was beispielsweise im Falle von Hackfruchtanbau während eines Frühlingsgewitters zutrifft) am stärksten von Wassererosion bedroht sind. Diese Nutzungsart wurde ausgewählt, um die ungünstigste Situation darzustellen. Diese Karte ermöglicht es, die Erosionsgefahr mit einzubeziehen und Anbauentscheidungen so zu treffen, dass dieses Risiko verringert wird.

Berechnungsmethode
Die Erosionsanfälligkeit auf Parzellenebene wird anhand der überarbeiteten allgemeinen Bodenabtragungsgleichung (R.U.S.L.E) berechnet. Es handelt sich um ein weltweit verwendetes Modell zur Berechnung der durchschnittlichen jährlichen Erosionsrate von Böden anhand der folgenden fünf Faktoren:
- Die Empfindlichkeit des Bodens (Erodierbarkeit). Dieser Parameter hängt insbesondere von der Bodenbeschaffenheit (lehmige Böden sind empfindlicher) und dem Gehalt an organischen Stoffen ab.
- Die Topografie (Hanglänge und Neigung). Beispielsweise kann eine lange Parzelle mit mittlerer Neigung insgesamt genauso erosionsanfällig sein wie eine kürzere Parzelle mit starker Neigung.
- Die Aggressivität des Regens (Erosivität). Dieser Parameter hängt vor allem mit der Intensität des Regens zusammen, die in der Regel in Litern pro Sekunde und Quadratmeter oder in Millimetern pro Stunde angegeben wird.
- Die Bodenbedeckung. Ein gut bedeckter Boden ist sowohl vor dem Aufprall von Regentropfen als auch vor dem Oberflächenabfluss besser geschützt.
- Gegebenenfalls vorhandene Maßnahmen zum Erosionsschutz.
In der Karte zur Erosionsanfälligkeit pro Parzelle werden nur die ersten drei Faktoren berücksichtigt. Die Bodenbedeckung und gegebenenfalls vorhandene Maßnahmen zum Erosionsschutz, die von der Wahl der Kulturpflanzen und den landwirtschaftlichen Praktiken abhängen, können daher als korrigierende Faktoren für den Grad der Erosionsanfälligkeit angesehen werden, der ausschließlich durch die natürlichen Faktoren bestimmt wird.
Für weitere Informationen, siehe die Präsentation des Modells
Warum wurden diese Parameter verwendet?
Bislang basierte die Einstufung des Erosionsrisikos für landwirtschaftliche Parzellen im Rahmen der GAP ausschließlich auf dem Kriterium der Hangneigung (früheres Referenzsystem mit der Bezeichnung Code R10/R15), das jedoch nur einer von mehreren Faktoren ist, die das Erosionsrisiko beeinflussen. Von den mehr als 1000 Einzugsgebieten, die in der Wallonie von Schlammlawinen betroffen sind, wiesen jedoch fast zwei Drittel keine in R10/R15 bewirtschafteten Parzellen auf. Und 90 % hatten weniger als 5 ha Anbaufläche in R10/R15. Es war daher notwendig, die Ermittlung der erosionsgefährdeten Parzellen zu verbessern, was mit der neuen Karte zur Erosionsanfälligkeit durch die Einbeziehung weiterer Kriterien wie Hanglänge, Bodentyp und durchschnittliche lokale Niederschlagsintensität geschehen ist.
Klassifizierung/Legende
Die gewählte Legende basiert auf qualitativen Kriterien, anhand derer beurteilt werden kann, ob eine Parzelle unter ungünstigen Bedingungen anfälliger ist als eine andere, beispielsweise „bei Gewitterregen auf unbedecktem Boden”.
Es gibt 6 Anfälligkeitskategorien:

Jedem Pixel wird ein Erosionswert zugewiesen, der sich aus der Berechnung der drei Faktoren Regenerosivität, Bodenerodierbarkeit und Topografie ergibt. Die betroffene Fläche für jede Anfälligkeitskategorie wird unter der Annahme berechnet, dass ein Pixel eine Fläche von 100 m² hat. Die der Parzelle zugewiesene Erosionsanfälligkeitskategorie basiert auf den 50 Ar mit der höchsten Anfälligkeit (oder 50 % der Gesamtfläche der Parzelle bei sehr kleinen Parzellen) und nicht auf dem Durchschnitt der Parzelle (was dazu führen könnte, dass bestimmte Parzellen vergrößert werden, um den Durchschnitt zu „verwässern”).
Die Klassifizierung jeder Parzelle wird jährlich aktualisiert, um etwaige Änderungen der Parzellengröße zu berücksichtigen.
Beispiel für eine Parzelle der Erosionsanfälligkeitskategorie 4:
Die Erosionsanfälligkeit innerhalb der Parzelle (ca. 10 Hektar) variiert je nach topografischen Kriterien: Sie ist auf dem größten Teil der Fläche gering (Kategorie 1, gelb). Aufgrund von Bereichen mit höherer Anfälligkeit (orangefarbene Pixel – Kategorie 3, rote Pixel – Kategorie 4 und violette Pixel – Kategorie 5) wird die Parzelle jedoch insgesamt als Kategorie 4 (rot) eingestuft.
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(Fotos 2018 und 2025)
